TFZ des BKW Bitterfeld auf ehemaligen Gleisen der ZKB





Letztes Update dieser Seite erfolgte am 8. November 2015 

(2 neue Abbildungen inklusive Beschreibung nebst Überarbeitung und Vervollständigung von Textpassagen)




Die BR 74 ex pr. T 12, ex DR ?, Werklok Nr. 7 des ehemaligen VEB Braunkohlenwerk "Einheit" Bitterfeld


Beim suchen in meinem Bilderarchiv habe ich neben anderen schönen Motiven zwei Schwarz - Weiß Papierabzüge einer ex BR 74 ex T 12 und nun als Werklok Nr. 7 des Braunkohlenwerk "Freiheit" Bitterfeld im Dienst stehend wieder aufgefunden.
Diese beiden Bilder möchte ich den interessierten Besuchern des Blog nicht vorenthalten, zumal auch ich ein berechtigtes Interesse hege sie heute im Blog einzustellen.

Außer das die beiden Aufnahmen im Sommer 1961 im Staatsbahnhof Gräfenhainichen an der Hauptstrecke Bitterfeld - Lutherstadt Wittenberg - Berlin abgelichtet wurden, sind mir absolut keine weiteren Fakten zu der Lokomotive noch den beiden Personalen usw. bekannt.

Einzig der Umstand ihres Standes im Bahnhof Gräfenhainichen direkt auf der Abzweigweiche in Richtung Zschornewitz zeugt wohl von einer Arbeit, die auf den Gleisen der ehemaligen Zschornewitzer Kleinbahn GmbH und nun zu diesem Zeitpunkt des Jahres 1961 der Grubenanschlußbahn Braunkohlenwerk Golpa stattgefunden hat.
Eine Fahrt auf der Kohlenfernbahn in Richtung Elbkraftwerk Vockerode über Oranienbaum oder der Besuch der Zentralwerkstatt des Braunkohlenwerk Golpa / Bitterfeld in Gräfenhainichen wäre selbstverständlich auch denkbar.



Die T 12 macht einen gepflegten Eindruck, so darf man davon wohl ausgehen, dass die beiden Kollegen ihr Stammpersonal bedeuten.

Auch auf dem zweiten der Bilder im folgenden ist leider nichts weiter zu ihrer ehemaligen Herkunft bei der DR zu erkennen bzw aus zumachen.



So möchte ich nun die Frage stellen, ob jemand der werten Leserschaft mir einen Hinweis, Tip oder sonstiges zur Herkunft der Lokomotive oder vielleicht sogar Angaben über ihren Dienst als Werklok Nr. 7 und späteren Verbleib / Verschrottung nennen kann.
Aber auch Informationen zum Personal selbst würde ich sehr dankbar entgegen nehmen!



Die elektrische Grubenlokomotive 4 - 1081 / 60 - B2 des ehemaligen BKW Einheit Bitterfeld - Tagebau Golpa 

  


Der Typ dieser elektrischen Grubenbahn Lokomotive für 1435 mm Spurweite wurde in den 1920er Jahren von Henschel für viele Bergbau Unternehmen und Braunkohlenwerke in Deutschland gebaut.
Die heute noch einzige Vertreterin dieser Baureihe wurde bei Henschel im Jahre 1927 gefertigt und im gleichen Jahr an die Grube Freiheit im Bitterfelder Braunkohlenrevier ausgeliefert.
Auf der sogenannten Neubaustrecke "Station 6" der ZKB (Zschornewitzer Kleinbahn) aus gehend vom Bahnhof  Zschornewitz nach dem benachbarten Gräfenhainchen wurden Lokomotiven dieses Typ ab den 1950er Jahren eingesetzt.
Dort bewältigten sie die anstehenden Aufgaben unter anderem im Werkspersonenverkehr bis zur Einstellung dieser Aufgaben im Jahr 1960.


Aufnahme H. Neumann, 1987
Von außen ist es an dieser Lokomotive schwer erkennbar, dass sich unter diesen Aufbauten von Henschel eine komplette elektrische Standardausrüstung vom LEW Henningsdorf befindet.

Mitte der 1970er Jahre wurden dann die drei letzten von dieser Baureihe verbliebenen Lokomotiven des nun BKK Bitterfeld in andere Braunkohlentagebaue der DDR, zB. nach Borna abgegeben.
Dort wurde die 4 - 1081 / 60 - B2 nochmals umgebaut und mit der elektrischen Ausrüstung und Standardbauteilen der schmalspurigen Ellokbaureihe EL 3  (LEW) ausgestattet.


Aufnahme H. Neumann 1985
Die Lok 4 - 1081 in der Werkstatt, dabei ist die Lokomotive für den  Zweck eines Ausbau der Drehgestelle aufgebockt. Vor dem Fahrzeug sind ein Fahrmotor und die zwei Radsätze des wahrscheinlich vorderen Drehgestell zu sehen.

1989 ist dieses Triebfahrzeug z - gestellt worden um nach 1990 in verschiedenen Museen und Sammlungen als einziges Exemplar dieser Gattung erhalten zu werden.

Technische Daten:

Hentschel Baujahr 1927 / 22468?  -  ausgeliefert an Grube Freiheit Bitterfeld 1927
Achsfolge: Bo' Bo'
Spurweite: 1435 mm
Länge über Puffer: 11250 mm
Gewicht der Lok: 62 Tonnen
Dauerleistung: 4 x 180 KW
Fahrleitungsspannung: 1200 Volt Gleichstrom
Höchstgeschwindigkeit: 40 Km/h


 Die 4 - 1081 / 60 - B2 beim rangieren in Borna in den 1980er Jahren







 Die 4 - 1081 / 60 - B2 vor einem Übergabezug im Tagebaurevier Borna 1988





 Die 4 - 1081 / 60 - B2 äußerlich frisch aufgearbeitet in Meuselwitz


Die elektrische Grubenlokomotive El 3 - 191 - 50 B2

 

Technische Daten:

Baujahr:  1940 bei Siemens Schuckert Nürnberg
Gewicht der Lok:  50 Tonnen
Spurweite:  1435 mm
Achsfolge:  B
Fahrleitungsspannung:  1200 Volt Gleichstrom

Diese elektrische Grubenlok wurde als Rangierlokomotive in der Werkstatt 2 an der Straße in Richtung Halle / Saale eingesetzt, aber  auch im Tagebau Golpa, wo sie auch die Gleise der ehemaligen Zschornewitzer Kleinbahn frequentierte wurde sie auch zeitweise gesichtet.
Seit dem 3. Juli 2008 (Einweihung) als Denkmal aufgestellt in der Gemeinde Möhlau Ldk. Wittenberg





  

Update dieser Seite erfolgte am: 

11. Januar 2013
8. November 2015


Fortsetzung folgt!

Kommentare:

  1. die 4 - 1081 / 60 - B2 ausgeliefert an Grube Freiheit Bitterfeld 1927
    die Grube Freiheit bis 1945 Grube Auguste 1839-1950 war immer Normalspur die Lok diente dazu die Kohezüge zum Hochbunker vom Kraftwerk Süd in Bitterfelt zu fahren weil die anderen loks der Grube eine Gesamtmasse von 150 Tonnen hatten
    die 3-191 war bis zur wende in der Werkstatt 2 an der Halleschen Strasse die erste Grube im bereich Nord waren Muldenstein ind Golpa/nord

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  2. Zur 4 - 1081 / 60 - B2 hatte ich vor einiger Zeit die Information der Umspurung auf 900 mm auf 1435 mm Normalspur erhalten.
    Da ich neben Deiner Information heute schon eine andere Richtigstellung zu dieser Lok erhalten habe die besagt, dass sie schon immer auf Normalspur gelaufen und auch hergestellt ist, gehe ich nun davon aus, dass ich nicht richtig informiert gewesen bin und dementsprechend die Änderung der Daten vornehmen werde.
    Gleichzeitig muß ich aber sagen, dass mir zwei Bilder vorliegen, auf welchen diese Lok eindeutig Anfang der 1960er Jahre auf den von mir beschriebenen Gleisen unterwegs gewesen ist. Leider kann ich diese Aufnahmen im Moment wegen "Urheberrechte" die nicht bei mir liegen noch nicht öffentlich einstellen.
    Die Belastungsgrenze der Kohlenbahn des Hochbunkers im Kraftwerk Süd des ehemaligen Chemiekombinat Bitterfeld ist mir bekannt.
    Auch ist mir aus eigener Anschauung in den Ende 1970 / 1980er Jahren der Standort der El 3 - 191 - 50 B2 persönlich bekannt, sie stand sehr oft an der Werkstatt 2 gegenüber des Straßenabzweig Richtung Delitzsch / Leipzig wie Du es auch richtig bemerkt hast.
    Trotzdem wurde diese Lok auch im Golpaer Bereich mehrfach gesichtet, ebenso wie die Werklok 7, eine Dampflok der BR 74 (PT 34) des BKW Einheit Bitterfeld in den 50er / 60er Jahren.
    Es freut mich aber sehr weitere wichtige Informationen von Dir erhalten zu haben - vielen Dank!

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  3. Detlef Winkler29 Juni, 2013

    Hallo,
    kann man auf den Bildern die Loknummer erkennen? Fakt ist, dass die 4-1080/1081 mal eine andere Nummer getragen haben müssen. Ich gehe mal davon aus, dass sie als Henschel-Lok von SSW ausgerüstet waren und demzufolge 3-XXX/60-B2 geheißen haben. Es gibt ein Bild der 3-125/60-B2 in Holzweißig. Aber ob das eine der nach Witznitz abgegebenen Loks ist, weiß ich nicht.

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  4. Als 3 der Henschel Lokomotiven am 30. April 1976 von Bitterfeld verkauft wurden, ging eine Lok nach Borna zur Ersatzteilgewinnung und wurde später verschrottet.
    Die beiden anderen Henschelloks mit Fabriknummer 22468 und 22469 wurden nach Großzössen in die dortige Aussenstelle der Zentralwerkstatt Regis überführt und dann mit einer neuen elektrischen Ausrüstung mit Standard Bauteilen der schmalspurigen EL 3 von LEW ausgerüstet.
    Aus diesem Grund bekamen die beiden Lokomotiven danach auch eine neue Betriebsnummer!
    Die alten Betriebsnummern der beiden Lokomotiven aus Bitterfelder Zeit sind mir leider (noch) nicht bekannt.
    Auf jeden Fall stammen die Lok's wie schon oben gesagt aus dem Bereich der Grube "Freiheit" Bitterfeld - Holzweißig.
    Wie Du richtig gesagt hast, stammt die ehemalige elektrische Ausrüstung von Henschel / SSW.

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